„Blower-Door“ bald Gesetz? - Unionbau-Day: Vorträge über Luftdichtigkeit und „Zehn Jahre Dachservice“
Die Frage, wie sich Schäden an Gebäudestrukturen durch vorbeugende Maßnahmen und umsichtige Bauweise vermeiden lassen, war das zentrale Thema beim traditionellen „Unionbau-Day“, den das Familien-Unternehmen aus Sand in Taufers alljährlich veranstaltet. An diesem gemeinsamen Tag von Belegschaft und Geschäftsleitung wird seit inzwischen 30 Jahren die neue Bausaison offiziell begonnen. „Prävention statt Intervention“ – darauf lief ein vielbeachteter Vortrag von Hermann Forer hinaus, der inzwischen seit zehn Jahren den so genannten „Unionbau-Dachservice“ leitet. Das ist eine kleine Gruppe von vier Mitarbeitern, die sich ganz auf die Reparatur von Schäden am Dach und an Gebäuden spezialisiert haben. „Es ist manchmal nicht zu glauben, was wir alles zu sehen bekommen“, sagte Forer und belegte seine Beispiele eindrucksvoll mit zahlreichen Bildern, bei denen selbst erfahrene Bauarbeiter, Spengler und Zimmerer staunten. Vom kaum erkennbaren Eingang eines Marderbau im Dach bis zu großflächig „vergessenen“ Dachplatten, die nach der Installation einer Fotovoltaik-Anlage einfach nicht wieder verlegt worden waren, reichte die Palette der Bausünden. Viele Schäden, die nach Jahren kostenintensiv repariert werden müssen, könnten vermieden werden, wenn beim Bau gleich auf mögliche Schwachstellen geachtet würde, erklärte Forer.
Große Aufmerksamkeit erfuhr es auch der Vortrag von Ing. Georg Ausserhofer zum Thema „Blower Door“. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Luftdichtigkeit eines Gebäudes mit einer speziellen Technik gemessen werden kann. Mit der vergleichweise noch jungen Methode lassen sich so genannte „Leckagen“ in der Hülle eines Gebäudes leicht finden und Schäden vermeiden. Mit einem Ventilator wird Luft in eine zuvor penibel abgeklebte Gebäudehülle zuerst gedrückt und danach heraus gesaugt. Mittels genauer Messungen kann genau festgestellt werden, wo die undichten Stellen liegen. Mit den Ergebnissen lassen sich Bauschäden vermeiden, es wird die Wohnqualität verbessert und die Energieeffizienz erhöht. Es gibt in mehreren Ländern Europas Überlegungen, das Verfahren sogar gesetzlich für Neubauten vorzuschreiben. Nach soviel Theorie für die künftige Praxis, wurden langjährige Mitarbeiter und künftige Pensionisten von der Geschäftsleitung geehrt. Unterstürzung gab es dabei durch „Edi Biber“, das neue Maskottchen des „der Südtiroler Bauarbeiter“. Heinrich Mairhofer und Anton Engel wurden für 32 beziehungsweise 30 Jahre Betriebszugehörigkeit ausgezeichnet. Nach beachtlichen 43 Jahren bei der Unionbau verabschiedete sich Siegfried Kirchler in den Ruhestand. „Wenn jemand so lange bei uns ist, dann ist nicht mehr ein normales Verhältnis Arbeitgeber-Arbeitnehmer, dass ist fast schon wie Familie“, freuten sich Firmenchef Siegfried Ausserhofer und seine Söhne Christoph und Thomas. Der 10. Unionbau-Day ging schließlich mit einem aufregenden Preis-Watten und einer Runde auf der Kegelbahn zu Ende.
Sand in Taufers, 25.02.2011